Was sagt es eigentlich über die Gruppenliga aus, dass sie schon wieder dermaßen ausgeglichen ist – und kein Team vorneweg marschiert? Zuzutrauen wäre so eine Rolle Absteiger SG Bronnzell. Abwehrchef Julian Pecks erklärt aber, warum dies in der Hinrunde nicht gelang.
Vor zweieinhalb Jahren wurde die SG Bronnzell Vizemeister in der Verbandsliga. Zahlreiche Spieler des damaligen Kaders spielen noch heute bei der Viktoria. Zur Winterpause steht dennoch „nur“ der sechste Platz – für Julian Pecks keineswegs zufriedenstellend, allerdings erklärbar: „Für uns war jedes Spiel in der Gruppenliga eine komplett neue Herausforderung. Bei vielen Spielen denken unsere Gegner: ‚Jetzt kommen die Bronnzeller, die Altstars. Heute geben wir Vollgas.‘ Wir müssen uns damit identifizieren und diese Rolle annehmen“, betont Pecks – und lässt durchblicken, dass dies in der bisherigen Runde nicht immer der Fall war.
„Man muss von den Führungsspielern erwarten, dass sie das vorleben. Dass sie bei Wind und Wetter ins Training gehen und dem Erfolg einiges unterordnen. Wenn wir das hinkriegen, kann keiner in dieser Liga mit uns mithalten. Dann bin ich mir sicher, dass wir am Ende Erster werden“, sagt der 32-Jährige, der keinen Hehl aus seinen Ambitionen macht, nächstes Jahr wieder eine Liga höher spielen zu wollen. In der Gruppenliga spielte der einstige Aufstiegsheld der SG Barockstadt zuvor noch nie, in Hessen- und Verbandsliga bringt es der Verteidiger dafür auf deutlich mehr als 200 Spiele.
Kein Wunder also, dass sein erstmaliger Karriere-Abstieg im vergangenen Mai der härteste Tag in der Fußballkarriere des Edelzellers war. Das sinkende Schiff daraufhin zu verlassen, kam für den ehrgeizigen Verteidiger dennoch nicht in Frage – ebenso wenig wie für zahlreiche ähnlich erfahrene Mitspieler. Ein bisschen frisches Blut wünscht sich Pecks trotzdem – besonders wenn der direkte Wiederaufstieg gelingt: „Dann sollten wir uns mit drei, vier, fünf jungen, ambitionierten Spielern verstärken. So viele höherklassig aktive Vereine gibt es in Fulda ja nicht.“
Ein solcher Spieler kehrt mit Josh Lilly bereits im Winter nach einem halben Jahr von Barockstadts U23 zurück. Ein weiterer „interner Neuzugang“ ist Franz Ruppel, der in der Hinrunde nur zweimal zum Einsatz kam – aber drei Tore erzielte. Mit 15 Spielen hat Bronnzell die meisten der Liga zu bestreiten, werden die Nachholspiele gewonnen, winkt bereits der Sprung auf Platz eins. Richtungsweisend wird der Start mit drei Heimspielen gegen Thalau, Künzell und Sickels – sofern sie ausgetragen werden können.
Quelle: www.torgranate.de