Gruppenliga nicht mehr Ende der Fahnenstange

Bei der SG Bronnzell tut sich einiges: Der eine (links Kevin Hohmann) kommt zurück, der andere (rechts Moritz Caspar, hier im Duell mit Osman Özlük) geht.

Drei hochkarätige Neuzugänge hat die SG Bronnzell für die kommende Saison an Land gezogen. Kein Wunder also, dass so mancher Gruppenliga-Kenner der Viktoria eine gute Rolle in der Zukunft zutraut.

Defensivmann Maximilian Balzer, Mittelfeldspieler Kevin Hohmann und Stürmer Marek Weber haben sich allesamt dazu entschlossen, künftig wieder das schwarz-rote Trikot überzustreifen. „Alle drei sind alte Bekannte und haben schon bei uns gespielt. Wir haben uns ja nicht im Bösen getrennt, stets Kontakt gehalten und gehofft, dass sie irgendwann zurückkehren“, sagt Matthias „Thies“ Weber, Vater von Neuzugang Marek und Sportlicher Leiter der Viktoria. Dass die Rückkehr nun früher als erwartet erfolgt, kommt einerseits überraschend, macht auf den zweiten Blick aber Sinn: Schließlich sind die Neuen allesamt beruflich eingespannt, so dass es kaum möglich ist, auf Dauer höherklassigen Aufwand wie bei ihrem jetzigen Club Barockstadt II zu betreiben.

Viele gebürtige oder ehemalige Bronnzeller wie Daniel Heil (ebenfalls Barockstadt II) sind noch bei anderen Vereinen aktiv, gerade in den Jahrgängen 1992 bis 1997 sind diese stark vertreten. Dass noch mehr Ex-Schützlinge in die Heppeau zurückkehren, ist nicht ausgeschlossen, hänge aber von mehreren Faktoren ab. Auch weitere Neuzugänge könnten noch hinzustoßen. „Unsere Ohren sind immer offen und unsere Fühler immer ausgestreckt. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir nicht breit genug aufgestellt sind. Aber wenn es um die Mittel geht, können wir ohne großen Hauptsponsor mit anderen Vereinen eigentlich nicht mithalten“, betont der 54-Jährige.

Doch alleine schon durch die bereits feststehenden Zugänge ist der Viktoria eine gute Rolle zuzutrauen: „Natürlich haben wir die Jungs nicht geholt um zu sagen, dass wir die Liga halten wollen. Wir wollen schon oben mitspielen“, unterstreicht Weber, der auch den Sprung in die Verbandsliga künftig nicht für ausgeschlossen hält. „Ich dachte eigentlich immer, für unser 1300-Seelen-Dorf wäre die Etablierung in der Gruppenliga das Ende der Fahnenstange. Aber in der Verbandsliga spielen inzwischen ja ganz viele osthessische Teams. Denkbar wäre das für uns deshalb auch – es wäre der größte Erfolg unserer Vereinsgeschichte -, das Ziel ist es aber nicht.“

Erneut keine neuen Spieler aus dem JFV
In der engen Gruppenliga in dieser Saison geht der Blick derweil zunächst einmal nach unten. „Wir wollen die ersten Spiele positiv gestalten, um nicht direkt in den Keller zu rutschen. Dann können wir uns immer noch nach oben orientieren“, betont Weber, der mit Jens Keim in seinem ersten Jahr als Trainer sehr zufrieden ist: „Die Mannschaft ist mit den Trainingsinhalten sehr zufrieden. Klar, in seiner ersten Station kann man immer noch dazulernen, grundsätzlich kommt ihm seine höherklassige Erfahrung als Profi beim 1. FC Köln oder in der Hessenliga aber zugute.“ Entsprechend sei es keine Frage gewesen, mit dem 41-Jährigen in eine zweite Spielzeit zu gehen.

Dagegen haben sich drei Spieler dazu entschieden, künftig nicht mehr für die Viktoria aufzulaufen. Dennis Sorg wird Spielertrainer bei A-Ligist Reulbach/Brand, Moritz Caspar und Niklas Hansel gehen zurück zu Heimatverein FSG Vogelsberg. Letztgenannte entsprießen dem Nachwuchs des JFV Viktoria Fulda, der für Bronnzell wohl im zweiten Jahr in Folge keinen Spieler rausbringen wird. „Dieses Jahr sieht es nicht so gut aus. Schade, denn eigentlich haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, junge talentierte Spieler auszubilden“, bedauert der Sportliche Leiter.

Sollte sich die Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzen, müsse die Sinnhaftigkeit des Jugendfördervereins natürlich hinterfragt werden: „Aber nicht nur wir, auch die Barockstadt muss sich überlegen, ob man diesen Aufwand weiter betreiben will, wenn die Spieler dann von anderen Vereinen abgeworben werden. In den Jahren zuvor haben wir immerhin eins, zwei Spieler pro Jahr bekommen.“ Spätere Hessenliga- oder Verbandsliga-Akteure wie Julian Pecks oder Alexander Ganß haben zum Beispiel ihre ersten Gehversuche im Seniorenbereich in Bronnzell gemacht.

Quelle: https://www.torgranate.de
Archivfoto: Charlie Rolff

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